‘Mensch zu sein hilft’: Haben Europas Übersetzer trotz KI-Boom noch eine Chance?
TL;DR
Der Tech-Boom hat Übersetzungsjobs im Verlagswesen massiv erschüttert – noch werden sie aber gebraucht. Der französische Literaturübersetzer Yoann Gentric testete 2022 selbst, ob DeepL ihn arbeitslos macht. An einem kurzen, nuancierten Satz aus Dana Spiottas Roman ‘Wayward’ zeigte sich: Die Maschine liefert flott, aber bei Stimmung, Rhythmus und Mehrdeutigkeit fehlt ihr das Sprachgefühl. Die Branche bleibt unter Druck, doch literarische Übersetzungen sind noch nicht gegessen.
Nauti's Take
Spannend: Selbst bei flotter DeepL-Hilfe zeigt der Test mit Spiottas Romanzeile, dass literarische Übersetzung noch immer ein Vorteil für Profis mit Sprachgefühl ist – Rhythmus, Stimmung und Mehrdeutigkeit kann die KI bisher nicht liefern. Der Haken: Verlage werden den günstigen Maschinen-Output trotzdem breit einsetzen, was Honorare und Volumen für menschliche Übersetzer dauerhaft drückt.
Wer in der Branche bleiben will, sollte sich auf Literatur, Markenstimme und Lektorat von KI-Rohübersetzungen positionieren.