KI rettet das Klima? Big Tech macht große Versprechen – und liefert kaum Belege
TL;DR
Ein neuer Bericht hat 154 Klimaversprechen von Tech-Konzernen untersucht – und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Nur ein Viertel stützte sich auf peer-reviewte Forschung, ein Drittel lieferte keinerlei Belege.
Key Points
- Die Studie deckt ein systematisches Muster unsubstantiierter Klimaversprechen quer durch die gesamte KI-Branche auf – kein Einzelfall, sondern Industriestandard
- Besonders brisant: KI-Rechenzentren verbrauchen selbst enorme Mengen Strom und Wasser, was die ökologische Nettobilanz der Technologie grundsätzlich in Frage stellt
- Konzerne nutzen Klimaversprechen häufig, um regulatorischen Druck abzuwehren und sich gleichzeitig als klimafreundlich zu positionieren
- Externe Überprüfungsmechanismen für KI-Klimabehauptungen fehlen weitgehend – was das Greenwashing-Risiko strukturell begünstigt
Nauti's Take
Greenwashing mit KI-Label – das klassische Ablenkungsmanöver. Während Rechenzentren Strom fressen wie nie zuvor, malen Konzerne bunte Klimazukunftsbilder ohne Datengrundlage.
Peer Review? Wozu, wenn gute PR deutlich günstiger ist.
Hintergrund
Generative KI verbraucht enorme Mengen an Strom und Wasser – und trotzdem vermarkten die großen Anbieter ihre Technologie aktiv als Klimaretter. Wenn zwei Drittel dieser Versprechen entweder schlecht belegt oder gänzlich ohne Nachweis sind, ist das kein Kommunikationsproblem, sondern ein Glaubwürdigkeitsproblem. Regulatoren und Investoren, die auf solche Aussagen vertrauen, treffen Entscheidungen auf Basis von Marketing statt Wissenschaft.