Die Infinity Machine – Biografie über den Mann, der die Welt veränderte
TL;DR
Sebastian Mallaby porträtiert in 'The Infinity Machine' den DeepMind-Gründer Demis Hassabis – vom Schachwunderkind zum Nobelpreisträger. Im März 2016 besiegte AlphaGo den Go-Weltklassespieler Lee Se-dol in Seoul – ein Meilenstein, der die KI-Geschichte neu schrieb. Go gilt als das komplexeste Brettspiel der Menschheit; der Entscheidungsraum ist so groß, dass klassische Rechenpower versagt – DeepMind löste das Problem mit Deep Reinforcement Learning.
Nauti's Take
Gut, dass jemand diese Geschichte jetzt aufschreibt – bevor die Mythenbildung vollständig die Fakten überwuchert. Mallaby ist als Wirtschaftsjournalist bekannt für präzise Recherche, und Hassabis ist kein gewöhnlicher Tech-CEO, der Buzzwords verwaltet, sondern ein echter Wissenschaftler mit langem Atem.
Trotzdem sollte man das Buch mit gesunder Skepsis lesen: Biographien über noch lebende, aktive KI-Chefs tendieren zur Hagiografie. Die spannende Frage – ob DeepMind unter Google-Dach seine wissenschaftliche Seele bewahren kann – beantwortet ein Rückblick allein nicht.
Einordnunganzeigen
Mallabys Biografie erscheint in einem Moment, in dem KI nicht mehr Zukunftsmusik ist, sondern den Alltag durchdringt – und Hassabis steht exemplarisch für den Weg dorthin. AlphaGo war nicht nur ein Spiel-Triumph: Es zeigte, dass neuronale Netze ohne explizite Regeln generalisieren können, was die Blaupause für spätere Systeme wie AlphaFold und letztlich große Sprachmodelle lieferte. Wer verstehen will, warum KI heute so mächtig ist, muss DeepMinds Geschichte kennen.