Bond-Markt warnt, Aktien feiern den Bliss Trade
TL;DR
Anleihen und Aktien erzählen gerade zwei völlig unterschiedliche Geschichten über die Wirtschaft: Bonds preisen steigende Inflations- und Rezessionsrisiken ein, während Aktien weiter Richtung Allzeithoch rennen. Ex-IWF-Chefökonomin Gita Gopinath nennt diese Aktien-Stimmung den Bliss Trade – die Annahme, dass jedes geopolitische oder ökonomische Schock-Szenario am Ende durch staatliche Ausgaben aufgefangen wird, wie 2022 in der Energiekrise oder während Corona.
Nauti's Take
Spannend ist die Lage allemal, weil sich daraus klare Lehren ableiten lassen: Anleger sollten beide Signale ernst nehmen, statt nur dem freundlicheren zu glauben. Die Chance des Bliss Trade liegt darin, dass Staaten Schocks mittlerweile aktiv abfedern und Aktien deshalb länger oben bleiben können als früher.
Das Risiko: irgendwann ist Fiskalpolitik ausgeschöpft, und wenn die Bond-Seite recht behält, kommt die Korrektur härter, weil Bewertungen zu hoch sind. Vorsichtige Diversifikation und realistische Renditeerwartungen schlagen blinde Bullishness.