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Tausende verkaufen ihre Identität, um KI zu trainieren – zu welchem Preis?

TL;DR

Weltweit verkaufen Menschen ihre persönlichen Daten – Videos, Fotos, Texte, Anrufe – an KI-Unternehmen über Apps wie Kled AI, um schnell Geld zu verdienen.

Key Points

  • Jacobus Louw aus Kapstadt verdiente 14 Dollar mit einem kurzen Spaziergang-Video – das entspricht etwa dem Zehnfachen des lokalen Mindestlohns pro Stunde.
  • Die Aufgaben reichen von 'Urban Navigation'-Videos bis hin zu privaten Gesprächen und Textnachrichten, die als Trainingsdaten für KI-Modelle genutzt werden.
  • Besonders in Schwellenländern sind solche Gig-Plattformen attraktiv, wo selbst kleine Dollar-Beträge erhebliche Kaufkraft haben.
  • Die langfristigen Konsequenzen – etwa wer die Daten besitzt, wie sie genutzt werden und ob die Einwilligung wirklich informiert ist – bleiben oft unklar.

Nauti's Take

Vierzehn Dollar für ein Spaziergang-Video klingt verlockend, aber das eigentliche Geschäft machen die KI-Unternehmen – nicht die Datenlieferanten. Wer seine Stimme, sein Gesicht oder seine Textnachrichten verkauft, gibt nicht nur Daten her, sondern potenziell seine digitale Identität auf unbegrenzte Zeit.

Die Plattformen wirken harmlos wie Crowdworking-Apps, aber die Nutzungsbedingungen erzählen eine andere Geschichte. Solange keine klaren Regeln existieren, was mit diesen Daten nach dem Upload passiert, ist 'informierte Einwilligung' hier eher Marketing als Realität.

Quellen