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Startup darf KI-System Psychopharmaka verschreiben lassen

TL;DR

Ein US-Startup hat eine behördliche Genehmigung erhalten, psychiatrische Medikamente durch ein KI-System verschreiben zu lassen – ohne zwingend einen menschlichen Arzt in der Entscheidungskette.

Key Points

  • Das System soll Patienten via App durch einen Diagnose- und Verschreibungsprozess führen, der traditionell Psychiatern vorbehalten ist.
  • Kritiker warnen vor den Risiken bei sensiblen Substanzen wie Antidepressiva oder Antipsychotika, wo Fehldiagnosen schwere Folgen haben können.
  • Die Zulassung wirft grundsätzliche Fragen zur Haftung auf: Wer haftet, wenn das KI-System falsch verschreibt?

Nauti's Take

Die Idee, KI zur Verbesserung psychiatrischer Versorgung einzusetzen, ist grundsätzlich nicht falsch – aber eigenständige Verschreibungsrechte sind ein gewaltiger Sprung, der weit vor der eigentlichen technischen Reife gemacht wird. Der Mangel an Psychiatern ist real, aber er rechtfertigt keine Abkürzungen bei Patientensicherheit.

Wer Antipsychotika oder SSRIs per App-Algorithmus bekommt, ohne dass ein Mensch wirklich hinschaut, ist im Zweifelsfall schutzlos. Diese Genehmigung riecht weniger nach medizinischem Fortschritt als nach regulatorischer Lücke, die ein Startup geschickt ausgenutzt hat.

Quellen