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US-Senatoren fordern sofortige Abschaltung von ByteDances AI-Video-App Seedance 2.0

TL;DR

ByteDance hat den globalen Rollout von Seedance 2.0 – einem neuen KI-Videogenerator – am Wochenende selbst gestoppt.

Key Points

  • Die US-Senatoren Marsha Blackburn und Peter Welch fordern in einem Brief an ByteDance die sofortige Abschaltung der App.
  • Begründung: Seedance 2.0 bedrohe das US-amerikanische Urheberrechtssystem und die wirtschaftlichen Rechte von Kreativen.
  • Als Beispiele nennen die Senatoren KI-generierte Szenen mit Thanos, Superman sowie ein umgeschriebenes Stranger-Things-Finale – alles ohne Erlaubnis der Rechteinhaber.
  • Der Fall steht exemplarisch für die wachsende politische Debatte über KI-Training auf urheberrechtlich geschütztem Material.

Nauti's Take

Dass ByteDance den Rollout selbst pausiert hat, bevor die Senatoren überhaupt den Brief verschickt haben, sagt eigentlich alles: Auch intern war klar, dass Seedance 2.0 auf sehr dünnem Eis steht. Die politische Reaktion ist trotzdem auffällig scharf – 'sofortige Abschaltung' ist keine legislative Maßnahme, sondern öffentlicher Druck.

Interessant wird, ob andere Anbieter wie Sora, Kling oder Runway ähnliche Briefe bekommen – oder ob ByteDances chinesische Herkunft hier den Unterschied macht. Die Urheberrechtsfrage ist real, aber die Selektivität der Empörung sollte man im Blick behalten.

Hintergrund

ByteDance steht als chinesisches Unternehmen ohnehin unter besonderer politischer Beobachtung in den USA – Seedance 2.0 liefert nun einen weiteren Angriffspunkt, der über TikTok-Debatten hinausgeht. Die Forderung der Senatoren signalisiert, dass die US-Politik bereit ist, konkrete Abschaltforderungen gegen KI-Produkte zu stellen, wenn Urheberrechtsverletzungen vermutet werden. Das könnte Präzedenzwirkung für andere KI-Videoplattformen haben, die ebenfalls auf ungeklärter Datenbasis trainieren.

Quellen