Sechs Wochen Sichtweite: Warum Planung im AI-Tempo scheitert
TL;DR
Axios beschreibt ein Phänomen, das der Autor post-processable velocity nennt: Die Geschwindigkeit der AI-Entwicklung übersteigt die Fähigkeit von Menschen, Firmen, Märkten und Regierungen, sie in Echtzeit zu verstehen und darauf zu reagieren. Im eigenen Board-Meeting hat er deshalb offen gesagt, dass sein verlässlicher Planungshorizont nur noch sechs Wochen beträgt. Sechs-Monats-Horizonte hält er inzwischen für Fantasie, obwohl das Geschäft gerade hervorragend läuft.
Nauti's Take
Die Diagnose trifft einen echten Punkt: Wer heute Zwölf-Monats-Roadmaps schreibt, plant an der Realität vorbei, und kurze Zyklen sind für kleine Teams eine handfeste Chance gegen träge Konzerne. Der Haken: Sechs-Wochen-Denken taugt auch als bequeme Ausrede, gar keine Strategie mehr zu haben, und ohne stabile Basis wird daraus bloßer Aktionismus.
Wir halten es so: Richtung auf Jahressicht, Umsetzung in Wochen. Wer investiert oder einstellt, braucht trotzdem Annahmen, die länger halten als sechs Wochen.