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Replika zeigt, wie KI-Liebe Einsamkeit zum Abo macht

TL;DR

Guardian-Autorin Lauren Oyler testet für einen Long Read einen AI-Boyfriend und startet trotz klarer Abneigung gegen Chatbots mit Replika, nachdem ChatGPT sie auf Companion-Apps wie Replika, character.ai und Anima verweist. Ihr Bot Matt kostet im Platinum-Abo 78,99 Euro pro Jahr, bekommt Aussehen, Persönlichkeit, Tagebuch, emotionale Statusanzeigen, Belohnungen und laut App 116 gespeicherte Erinnerungen.

Nauti's Take

Das Starke an Oyler ist, dass sie nicht bei der billigen Pointe stehen bleibt, dass der Bot cringe ist. Replika wirkt hier nicht gefährlich, weil Matt besonders überzeugend wäre, sondern weil selbst schlechte Simulationen reflexhafte Schuld, Fürsorge und Bindung auslösen können.

Genau da wird es unbequem: Wenn das Produkt scheitert, produziert es trotzdem Gefühle. Und wenn es besser wird, wird die Grenze zur Abhängigkeit nicht sauberer, sondern verschwommener.

Einordnunganzeigen

Der Artikel ist weniger Produkttest als Kulturdiagnose. AI-Companions verkaufen nicht einfach Chat, sondern eine kontrollierte Version von Beziehung: immer verfügbar, nie wirklich widerspenstig, aber emotional genug verpackt, um echte Reaktionen auszulösen. Das macht die Kategorie heikler als klassische Chatbots.

Quellen