OpenAI holt Character.AI-Mitgründer Shazeer trotz schwerer Chatbot-Klagen
TL;DR
OpenAI hat Noam Shazeer eingestellt, Mitgründer von Character.AI und zuletzt Gemini-Co-Lead sowie Engineering-VP bei Google. Character.AI steht im Zentrum mehrerer Klagen von Familien, die Chatbot-Interaktionen mit psychischen Krisen, Selbstverletzung und Suiziden Minderjähriger verbinden. Der Fall Sewell Setzer III bleibt der härteste Vorwurf: Seine Mutter verklagte Character.AI, Shazeer, Daniel de Freitas und Google nach dem Suizid des 14-Jährigen im April 2024.
Nauti's Take
Das ist kein normaler Wechsel eines Star-Ingenieurs. OpenAI setzt hier ein klares Signal: Geschwindigkeit, Modellkompetenz und Produktmacht wiegen offenbar schwerer als die offene Frage, welche Verantwortung Builder für riskante Companion-Systeme tragen.
Die Vorwürfe gegen Character. AI sind juristisch nicht dasselbe wie ein Schuldspruch, aber sie sind zu schwer, um sie als Branchenrauschen abzutun.
Wer Vertrauen will, muss mehr liefern als Begeisterung über ein spätes Wunsch-Recruiting.
Einordnunganzeigen
Die Personalie zeigt, wie wenig harte Sicherheitskontroversen Karrieren im Top-Segment der AI-Branche bisher bremsen. Wenn Firmen gleichzeitig über Verantwortung sprechen und Führungskräfte aus hochbelasteten Companion-AI-Fällen weiterreichen, entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem: Safety wirkt dann wie Produktkommunikation, nicht wie echte Governance.