OpenAI beerdigt Pläne für erotischen Chatbot
TL;DR
OpenAI hat Pläne für einen erotischen Chatbot – intern 'Citron Mode' genannt – auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt.
Key Points
- Das Feature war ursprünglich für Dezember 2025 angekündigt worden, wurde aber mehrfach verschoben, bevor es nun ganz gestrichen wurde.
- Mitarbeiter und Investoren hatten Bedenken geäußert; zudem gab es technische Probleme beim Training von Modellen, die bisher explizite Inhalte vermieden haben.
- Besonders heikel: Die Entfernung illegaler Inhalte wie Bestialität oder Inzest bereitete OpenAI offenbar erhebliche Schwierigkeiten.
- Es ist die zweite gestrichene App in einer Woche – zuvor wurde auch der Sora-Videogenerator eingestellt.
Nauti's Take
Das Ende von 'Citron Mode' ist weniger eine ethische Entscheidung als ein strategischer Rückzug – OpenAI hatte schlicht die Komplexität unterschätzt. Wer Modelle, die jahrelang auf die Vermeidung expliziter Inhalte trainiert wurden, plötzlich in die andere Richtung lenken will, kämpft gegen den eigenen Datenberg.
Und dann auch noch illegale Inhalte zuverlässig rausfiltern? Das ist kein Feature, das man mal eben in zwei Monaten shipped.
Dass gleichzeitig Sora eingestellt wurde, deutet auf einen größeren strategischen Frühjahrsputz hin – OpenAI räumt auf, bevor es mit GPT-5 und neuen Produktlinien Vollgas gibt.
Hintergrund
OpenAI testet seit Längerem die Grenzen gesellschaftlich akzeptierter KI-Anwendungen – und stößt intern wie extern an Grenzen. Der Fall zeigt, dass selbst das mächtigste KI-Unternehmen der Welt nicht einfach in den Erotik-Markt einsteigen kann: Regulatorische Risiken, Markenpflege und die technische Herausforderung, illegale Inhalte zuverlässig zu filtern, bremsen den Vorstoß. Für die Branche ist das ein Signal, dass der Weg zu kommerzialisierten Adult-KI-Produkten steiniger ist als gedacht.