Londoner Polizei verlängert Palantir-Pilot trotz blockiertem 50-Mio.-Pfund-Deal
TL;DR
Die Metropolitan Police darf ihr Palantir-Pilotprojekt weitere 12 Monate laufen lassen, während sie einen langfristigen Anbieter für die Technologie ausschreibt. Sadiq Khan hatte erst im Mai einen geplanten Palantir-Deal über 50 Mio. Pfund blockiert, weil seine Behörde schwere Vergabefehler sah und faktisch nur Palantir geprüft worden sei. Der laufende Pilot bündelt bereits vorhandene Met-Daten, um mögliche Fehlverhalten-, Wohlfahrts- und Kulturprobleme bei rund 45.000 Mitarbeitenden früher zu erkennen.
Nauti's Take
Die Met verkauft das als pragmatische Übergangslösung, aber genau diese Übergänge sind bei AI-Beschaffung gefährlich. Palantir bleibt im System, sammelt Prozesswissen und prägt die Anforderungen, während der Wettbewerb erst starten soll.
Wenn London ernsthaft offene Vergabe will, muss die Ausschreibung beweisen, dass der Pilot nicht schon die Entscheidung getroffen hat. Sonst ist das kein AI-Test mehr, sondern ein zwölfmonatiger Vorsprung für den bisherigen Anbieter.
Einordnunganzeigen
Der Fall zeigt, wie schnell AI-Piloten in öffentlichen Behörden zur Infrastruktur werden, noch bevor die eigentliche Vergabe sauber geklärt ist. Genau dort sitzt das Risiko: Ein kleiner, nützlicher Test kann den späteren Markt faktisch vorentscheiden. Bei Polizei- und Personaldaten reicht ein Effizienzargument nicht aus, wenn Kontrolle, Wettbewerb und Rechenschaft hinterherlaufen.