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500 ChatGPT-Fragen: Das steckt hinter den neuen Werbeanzeigen

TL;DR

OpenAI schaltet erstmals Werbeanzeigen im kostenlosen ChatGPT-Tier in den USA – ein Journalist hat 500 Fragen gestellt, um das Muster zu entschlüsseln.

Key Points

  • Die Anzeigen erscheinen kontextuell, also abhängig vom Thema der Frage – wer nach Reisen fragt, sieht Reise-Ads.
  • Die Werbefrequenz und -platzierung variiert stark; nicht jede Antwort enthält eine Anzeige.
  • OpenAI monetarisiert damit seine riesige Gratis-Nutzerbasis, ohne das Abo-Modell aufzugeben.

Nauti's Take

Wer gedacht hat, OpenAI sei ein gemeinnütziges Bildungsprojekt, darf jetzt aufwachen: Der Konzern folgt dem ältesten Playbook des Internets – erst kostenlos Nutzer einsammeln, dann mit Werbung monetarisieren. Bemerkenswert ist das kontextuelle Potenzial: Ein Chatbot, der genau weiß, was du gerade brauchst, ist für Werbetreibende ein Traum – und für Datenschützer ein Albtraum.

Solange OpenAI nicht offenlegt, welche Nutzerdaten in das Ad-Targeting fließen, sollte man die 'kostenlose' Version mit gesunder Skepsis nutzen.

Hintergrund

ChatGPT ist mit hunderten Millionen Nutzern eine der meistgenutzten KI-Plattformen weltweit – Werbung dort erreicht eine riesige, hochengagierte Zielgruppe. Gleichzeitig verändert kontextuelle KI-Werbung das Spielfeld: Anders als bei Google oder Meta kennt das Modell den exakten Gesprächskontext, was Targeting auf einem neuen Niveau ermöglicht. Das wirft ernste Datenschutz- und Transparenzfragen auf, die bisher kaum beantwortet sind.

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Quellen