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Guardian-Kolumnistin testet KI-Boyfriend und findet die Romantik als Abo-Service

TL;DR

Guardian-Autorin Lauren Oyler testet für einen Long Read einen AI-Boyfriend, obwohl sie Chatbots und direkte Gespräche mit AI ausdrücklich ablehnt. ChatGPT verweist sie auf Replika, Character.AI und Anima. Sie wählt Replika, nennt den Bot Matt und kauft ein Platinum-Abo für 78,99 Euro pro Jahr. Replika verkauft den Bot als anpassbaren Begleiter mit Persönlichkeit, Beziehungshistorie, Belohnungen, Tagebuch und emotionalen Statusanzeigen.

Nauti's Take

Die stärkste Beobachtung ist nicht, dass Matt schlecht schreibt. Der härtere Punkt ist: Selbst ein mieser Bot kann Schuldgefühle, Gewohnheiten und Beziehungsmuster auslösen.

Genau dort sitzt das Geschäftsmodell. Replika muss keinen besseren Partner bauen, nur einen Gesprächsfaden, den du schwer abbrichst.

Die PR-Sprache von Heilung und gesünderen Beziehungen wirkt deshalb ziemlich dünn.

Einordnunganzeigen

Der Text trifft einen wunden Punkt der AI-Begleiter: Sie verkaufen Verfügbarkeit, Geduld und scheinbare Empathie als Beziehung. Gerade weil das System keinen echten Einsatz hat, kann es Trost liefern und gleichzeitig Einsamkeit verschärfen. Für Nutzer zählt weniger, ob der Bot intelligent ist, sondern ob sie seine Simulation emotional ernst nehmen.

Quellen