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Grammarly nutzt Identitäten für KI-Expert:innen-Reviews ohne Erlaubnis

TL;DR

Grammarlys „Expert Review”-Feature gibt KI-generiertes Schreibfeedback, das angeblich von echten Fachleuten stammt – darunter kürzlich verstorbene Professoren und lebende Journalisten.

Key Points

  • The Verge-Redakteur Nilay Patel, David Pierce, Sean Hollister und Tom Warren tauchten als „Experten” auf – keiner von ihnen hatte Grammarly eine Genehmigung erteilt.
  • Das Feature wurde im August 2024 gelauncht und wirbt damit, Feedback „inspiriert von” echten Experten zu liefern.
  • Wired berichtete zuerst über den Fall mit den verstorbenen Professoren, The Verge deckte dann auf, dass auch aktive Redakteure betroffen sind.

Nauti's Take

Grammarly hat sich mit diesem Feature in ein juristisches und ethisches Minenfeld manövriert. Niemand hat einem Schreibtool erlaubt, seinen Namen für KI-generierte Ratschläge zu verwenden – und „inspiriert von” ist kein rechtlicher Freifahrtschein.

Besonders bizarr: Verstorbene Professoren können sich nicht einmal wehren. Das zeigt, wie lax manche KI-Produkte mit Persönlichkeitsrechten umgehen, solange kein Anwalt anruft.

Grammarly sollte das Feature sofort deaktivieren und einen opt-in-Prozess mit echter Zustimmung einführen – alles andere ist PR-Harakiri.

Quellen