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Welthandel wuchs 2025 trotz Trump-Zöllen – zwei Reports belegen es

TL;DR

Globaler Warenhandel wuchs 2025 um 4,6 % – trotz neuer US-Zölle unter Trump, so der WTO-Handelsbericht der Woche.

Key Points

  • China hat seine Exporte von den USA weg Richtung Europa und Schwellenländer umgeleitet und damit den Zollschock abgefedert.
  • Der KI-Investitionsboom hat US-Importe von Halbleitern und verwandten Produkten massiv angetrieben – ein struktureller Treiber, der in Schlagzeilen oft fehlt.
  • McKinsey kommt in einem separaten Report zum selben Befund: Die Weltwirtschaft bleibt tief vernetzt, Handelsströme ändern sich, brechen aber nicht weg.

Nauti's Take

Zwei seriöse Quellen – WTO und McKinsey – widersprechen der Doom-Loop-Berichterstattung rund um Trump-Zölle mit harten Zahlen. Das ist keine Entwarnung: Zölle erhöhen Kosten, erzwingen Umwege und treffen einzelne Sektoren hart.

Aber die Grundstruktur der globalisierten Wirtschaft ist robuster als viele Kommentatoren zugeben wollen. Besonders interessant ist die KI-Komponente: Der Hunger nach Chips hat US-Importe so stark angetrieben, dass er Zolleffekte teilweise kompensiert – ein Effekt, den niemand geplant hat, aber der zeigt, wie technologische Nachfrageschübe geopolitische Reibung überlagern können.

Hintergrund

Die Erzählung vom Handelskrieg als globaler Wachstumsbremse greift zu kurz. Zölle verändern Routen und Gewinner, vernichten aber nicht per se Handelsvolumen – das zeigt 2025 eindrücklich. Für die Tech-Branche ist besonders relevant, dass der KI-Boom strukturelle Nachfrage nach Halbleitern erzeugt hat, die US-Importzahlen nach oben treibt und gleichzeitig Länder wie Taiwan und Südkorea als Gewinner positioniert.

Wer Handels- oder Lieferkettenstrategie plant, muss diese Umverteilungseffekte einpreisen.

Quellen