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EU verschiebt KI-Gesetz und stimmt für Verbot von Nudify-Apps

TL;DR

Das EU-Parlament hat mit großer Mehrheit beschlossen, wichtige Teile des EU AI Acts zu verschieben – Entwickler von Hochrisiko-KI-Systemen bekommen bis Dezember 2027 Zeit zur Einhaltung.

Key Points

  • Systeme, die unter sektorspezifische Sicherheitsregeln fallen (z. B. Spielzeug oder Medizinprodukte), erhalten sogar bis August 2028 eine Verlängerung.
  • Gleichzeitig stimmte das Parlament für ein Verbot sogenannter Nudify-Apps, die per KI Nacktbilder von Personen generieren.
  • Die Verzögerungen sollen Unternehmen mehr Vorbereitungszeit geben, ohne das Gesetz grundlegend zu ändern.

Nauti's Take

Verzögerungen beim AI Act sind keine Überraschung – aber sie zeigen, wie schwer es ist, ein Gesetz zu schreiben und dann auch konsequent umzusetzen. Das Nudify-Verbot ist dagegen überfällig und eines der wenigen Beispiele, wo die EU schnell und klar handelt.

Man kann nur hoffen, dass die gewonnene Zeit wirklich für solide Compliance-Infrastruktur genutzt wird – und nicht nur dafür, das Unvermeidliche weiter hinauszuzögern. Wer auf eine grundlegende Aufweichung des Gesetzes gehofft hat, wird enttäuscht: Die Fristen verschieben sich, der Rahmen bleibt.

Hintergrund

Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz und sollte ursprünglich schon früher Zähne zeigen – die Verschiebungen signalisieren, dass Industrie-Lobbying und praktische Umsetzungsprobleme die Regulierung ausbremsen. Gleichzeitig setzt das Nudify-Verbot ein klares Signal: Missbrauchsszenarien, die realen Schaden anrichten, werden priorisiert. Für Unternehmen bedeutet mehr Vorlaufzeit zwar Erleichterung, birgt aber das Risiko, dass Compliance-Investitionen weiter aufgeschoben werden.

Quellen