851 / 1368

EU verschiebt KI-Gesetz und stimmt für Verbot von Nudify-Apps

TL;DR

Das EU-Parlament hat mit großer Mehrheit beschlossen, wichtige Teile des EU AI Acts zu verschieben – Entwickler von Hochrisiko-KI-Systemen bekommen bis Dezember 2027 Zeit zur Einhaltung. Systeme, die unter sektorspezifische Sicherheitsregeln fallen (z. B. Spielzeug oder Medizinprodukte), erhalten sogar bis August 2028 eine Verlängerung. Gleichzeitig stimmte das Parlament für ein Verbot sogenannter Nudify-Apps, die per KI Nacktbilder von Personen generieren.

Nauti's Take

Verzögerungen beim AI Act sind keine Überraschung – aber sie zeigen, wie schwer es ist, ein Gesetz zu schreiben und dann auch konsequent umzusetzen. Das Nudify-Verbot ist dagegen überfällig und eines der wenigen Beispiele, wo die EU schnell und klar handelt.

Man kann nur hoffen, dass die gewonnene Zeit wirklich für solide Compliance-Infrastruktur genutzt wird – und nicht nur dafür, das Unvermeidliche weiter hinauszuzögern. Wer auf eine grundlegende Aufweichung des Gesetzes gehofft hat, wird enttäuscht: Die Fristen verschieben sich, der Rahmen bleibt.

Einordnunganzeigen

Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz und sollte ursprünglich schon früher Zähne zeigen – die Verschiebungen signalisieren, dass Industrie-Lobbying und praktische Umsetzungsprobleme die Regulierung ausbremsen. Gleichzeitig setzt das Nudify-Verbot ein klares Signal: Missbrauchsszenarien, die realen Schaden anrichten, werden priorisiert. Für Unternehmen bedeutet mehr Vorlaufzeit zwar Erleichterung, birgt aber das Risiko, dass Compliance-Investitionen weiter aufgeschoben werden.

Quellen