Kritik hin oder her: Palantir sammelt weiter UK-Staatsverträge
TL;DR
Palantir hat einen neuen Vertrag mit der britischen Finanzaufsicht FCA abgeschlossen und erhält damit Zugang zu sensiblen Finanzdaten einer Branche, die 9 % der britischen Wirtschaft ausmacht.
Key Points
- Das in Miami ansässige Unternehmen ist bereits tief im britischen Staat verankert: NHS (2023), Polizei (2024), Militär (2025) – jetzt kommt der Finanzsektor hinzu.
- Die Gesamtverträge mit der britischen Regierung übersteigen inzwischen 500 Millionen Pfund.
- Trotz anhaltender Kritik von Kampagnengruppen wegen Datenschutz- und Transparenzbedenken expandiert Palantir weiter ungebremst.
Nauti's Take
500 Millionen Pfund, vier Sektoren in drei Jahren – das ist keine Partnerschaft, das ist eine Übernahme auf Raten. Kampagnengruppen können so laut protestieren wie sie wollen: Solange die Verträge unterschrieben werden, ändert sich nichts.
Besonders pikant ist der FCA-Zugang: Eine Aufsichtsbehörde, die eigentlich den Markt kontrollieren soll, gibt nun einem US-Unternehmen mit militärischen Wurzeln Einblick in die Finanzdaten der gesamten Branche. Die eigentliche Frage, die niemand laut stellt: Wer überwacht eigentlich Palantir?
Hintergrund
Der FCA-Deal ist kein Einzelfall, sondern der nächste Schritt einer systematischen 'Land and Expand'-Strategie. Palantir erschließt sich Sektor für Sektor des britischen Staates und schafft dabei Abhängigkeiten, die politisch kaum noch rückgängig zu machen sind. Wer heute die Infrastruktur für Finanzüberwachung liefert, sitzt morgen an einem der sensibelsten Datenpunkte des Landes – mit entsprechendem Einfluss auf Regulierungsentscheidungen.