Brown-Professor stellt Prüfung wegen AI-Verdacht wieder auf Präsenz um
TL;DR
Brown-Professor Roberto Serrano stellte sein Econ-1170-Finale wieder auf Präsenz um, nachdem ein Take-home-Midterm ungewöhnlich stark ausgefallen war. Von 86 eingeschriebenen Studierenden gaben 18 den Kurs nach der Ankündigung auf, 9 erschienen nicht zum Final. 59 schrieben mit. Nur 2 der 59 lagen im Final innerhalb von 10 Prozent ihres Midterm-Ergebnisses; nur 1 schnitt besser ab. 3 Studierende erreichten null Punkte.
Nauti's Take
Das ist kein sauberer Beweis, dass fast alle betrogen haben, aber es ist ein sehr lautes Warnsignal. Die naheliegende Lektion ist nicht, alles wieder in Hörsäle zu verlagern, sondern Prüfungen radikal ehrlicher zu bauen: mündliche Checks, Prozessnachweise, Live-Aufgaben, klare KI-Regeln.
Wer so tut, als wären alte Take-home-Formate nach 2023 unverändert belastbar, betreibt akademisches Wunschdenken.
Einordnunganzeigen
Der Fall zeigt, wie schnell Take-home-Prüfungen unter KI-Bedingungen ihre Aussagekraft verlieren können. Es geht nicht nur um Betrugserkennung, sondern um Prüfungsdesign: Wenn Aufgaben mit ChatGPT lösbar sind, messen sie eher Tool-Nutzung als Verständnis. Hochschulen brauchen klare Regeln, aber auch Prüfungsformen, die Denken sichtbar machen.