Handschrift gegen ChatGPT: US-Unis setzen wieder auf Blue-Book-Prüfungen
TL;DR
US-Hochschulen führen handschriftliche 'Blue Book'-Prüfungen wieder ein, um KI-generierte Abgaben zu unterbinden.
Key Points
- Kritiker wie Professor Dan Melzer (UC Davis) bezweifeln, dass sich ChatGPT-Nutzung damit dauerhaft verhindern lässt – Studierende finden Umwege.
- Professor Steven Krause (Eastern Michigan University) hält den Mythos flächendeckenden KI-Betrugs für übertrieben.
- Handschriftliche Tests benachteiligen bestimmte Lernergruppen und spiegeln nicht die Kompetenzen wider, die Arbeitgeber heute erwarten.
- Viele Unternehmen suchen gezielt Absolventen, die sicher mit KI-Tools umgehen können – Blue Books testen genau das Gegenteil.
Nauti's Take
Blue Books als Antwort auf ChatGPT wirken wie Schreibmaschinen als Antwort auf das Internet. Der Reflex ist verständlich, aber kurzsichtig.
Statt zu fragen, wie man KI aus Prüfungen heraushält, sollte die Frage lauten: Wie designt man Aufgaben, bei denen KI keinen unfairen Vorteil bringt – weil Originaldenken, Quellenarbeit oder mündliche Verteidigung gefragt sind? Wer das nicht tut, verlagert das Problem nur.
Und der Seitenhieb mit den 'Meißeln' trifft ins Schwarze: Irgendwann wird auch Handschrift ein Anachronismus sein.